TSG Hoffenheim nach 2:5-Pleite in Bochum weiterhin im freien Fall

Breitenreiter-Truppe streckt jetzt tief im Abstiegskampf

Die TSG Hoffenheim schlittert ungebremst in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga. Kein Sieg aus den letzten zehn Spielen, fünf Niederlagen in Folge, das Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale vor drei Tagen, dazu kam am 19. Spieltag der Negativhöhepunkt im so wichtigen und richtungsweisenden Abstiegsduell beim VfL Bochum, in dem die Kraichgauer sang und klanglos mit 2:5 untergingen. Bochum hat es dem Gegner schonungslos vorgemacht, wie man mit Entschlossenheit, Wille, Gier und Zweikampfstärke ein solch wichtiges Spiel angehen muss.

Bochumer Anschauungsunterricht

Der VfL hat es den Nordbadenern über 94 Minuten deutlich aufgezeigt, mit bedingungslosem Einsatz sich den Erfolg zu erarbeiten. Das Publikum hat dies von Beginn an gespürt und stand bedingungslos und lautstark wie ein 12. Mann hinter der Truppe. Die Zuschauer standen auf ihren Plätzen, das Ruhrstadion stand Kopf, es war Party-Time an der Castroper Straße. Es war zugleich ein historischer Sieg, denn erstmals seit 47 Jahren hat der Ruhrpottklub wieder fünf Heimspiele in Folge gewinnen können.

Ratloser Blick bei Defensivspieler Angelino. Auch er spielte in Bochum völlig unter Form.

Der VfL wie im Rausch gegen einen überforderten Gegner

Und die Hoffenheimer? Sie schlichen mit hängenden Köpfen niedergeschlagen und wortlos nach dem 2:5-Debakel vom Platz. Die Luft wird im Tabellenkeller für das Team von Trainer Breitenreiter nunmehr auf Platz 14 immer dünner. Die Gastgeber spielten sich in den ersten 45 Minuten in einen Rausch und führten zur Pause deutlich mit 3:0. Maßgeblichen Anteil daran hatte besonders Antwi-Adjei, der an allen drei Treffern beteiligt war. Zunächst setzte er sich auf der linken Außenbahn gegen den desorientierten Kabak durch und passte in die Mitte, wo Hofmann völlig freistehend auf fünf Metern nur noch den Ball über die Linie zur 1:0-Führung drücken brauchte (22.). Nachdem wenig später Masovic an TSG-Torhüter Baumann scheiterte (28.), gelang Förster an seinem 28. Geburtstag nach Ablage von Antwi-Adjei mit einem platzierten Schuss aus 16 Metern das 2:0 (30.). Zu diesem Zeitpunkt beherrschten die Bochumer bei 9:2 Torschüssen und deutlich besserer Passquote die Partie, während bei den Gästen jegliches Selbstverständnis und Selbstvertrauen fehlte.

Dabbur (re.) kam zur zweiten Halbzeit und erzielte den zweiten Hoffenheimer Treffer

Mit dem 3:0-Halbzeitstand noch gut bedient

Nach einem weiten Ball in die Hoffenheimer Hälfte, wirkte die Defensive erneut völlig konfus und unorientiert, so dass Asano, wieder auf Vorarbeit von Antwi-Adjei, mühelos vorbei an Nsoki in den Strafraum dibbeln konnte und durch die Beine von Baumann auf 3:0 erhöhte (40.). Der VfL hatte aus fünf hochkarätigen Chancen drei Tore erzielt und die Partie vorzeitig entschieden. Trainer Breitenreiter reagierte auf die unterirdische Leistung seiner Mannschaft und nahm zur zweiten Hälfte vier Wechsel vor.

Mehr Gegenwehr in Hälfte 2

Dies sollte sich zunächst positiv auswirken, denn nach nur vier Minuten brachte der beste Hoffenheimer Baumgartner nach einer schönen Einzelaktion mit einem präzisen Schuss ins kurze Eck sein Team auf 1:3 heran (49.). Die TSG wirkte in der Folge deutlich präsenter und giftiger in den Zweikämpfen, auch wenn sie weiterhin keine Torgefahr ausstrahlte. Nachdem Masovic nach einer Ecke das 4:1 köpfte (69.) war die Partie endgültig entschieden. Daran änderte auch das 2:4 durch Dabbur nichts, der nach Vorarbeit von Kramaric seinen 5. Saisontreffer erzielte (77.). Den Schlusspunkt im Bochumer Hexenkessel setzte Broschinski mit einem satten Schuss aus der Drehung zum 5:2-Endstand (83.). Auch hier wirkte die TSG-Defensive desorientiert. Nachdem das Team von Trainer Letsch nun punktemäßig mit der TSG gleichzog, ist diese jetzt endgültig im Abstiegskampf angekommen.

Elf Totalausfälle

Für Trainer Breitenreiter war die unterirdische Leistung seiner Mannschaft unerklärlich: „Der Sieg für Bochum war heute mehr als verdient. Wir hatten in der ersten Hälfte elf Totalausfälle gegen eine Mannschaft mit Herz und Leidenschaft. Der VfL hat uns komplett den Schneid abgekauft. Was ich heute gesehen habe, kann ich nicht akzeptieren. Es muss was passieren, so wird es schwer, die Klasse zu halten. Ich bin in der Verantwortung, dass die Dinge, die wir uns vornehmen, auch funktionieren.“ Am nächsten Spieltag empfangen die Kraichgauer am Samstag um 15:30 Uhr in Sinsheim Bayer 04 Leverkusen.

Statistik:

VfL Bochum: Riemann – Janko, Ordets, Masovic, Soares – Losilla, Stöger (87. Osterhage) – Asano (84. Zoller), Förster (74. Schlotterbeck), Antwi-Adjei (84. Osei-Tutu) – Hofmann (74. Broschinski)
TSG Hoffenheim: Baumann – Kabak (46. Bicakcic), Brooks, Nsoki – Baumgartner, Delaney (79. Stiller), Geiger (46. Rudy), Angelino – Bischof (46. Kramaric) – Bebou (46. Dabbur), Dolberg
Tore: 1:0 Hofmann (22.), 2:0 Förster (30.), 3:0 Asano (40.), 3:1 Baumgartner (49.), 4:1 Masovic (69.), 4:2 Dabbur (77.), 5:2 Broschinski (83.)
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Zuschauer: 23.700

Fotos: Kraichgaufoto

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