1899 Hoffenheim steckt in der Ergebniskrise

Ein Sieg würde vieles erleichtern

Nach dem vierten Remis in Folge ist die TSG Hoffenheim in den Kreis der bislang fünf Teams in der Bundesliga-Geschichte aufgerückt, die mit vier Unentschieden in eine Saison gestartet sind. Doch von solchen Statistiken können sich die Kraichgauer wenig Positives abgewinnen. Wenngleich in den bisherigen Saisonspielen die Mannschaft jeweils ordentliche Leistungen bot, stimmen die Resultate nicht. Berechtigt daher die Frage: Steckt 1899 Hoffenheim in einer Ergebniskrise?

Hoffenheims Last-Minute-Problem wird zur Herkulesaufgabe

Nach dem 1:1 am letzten Spieltag beim SV Darmstadt 98 stellt sich die Frage, warum die TSG so oft in der Schlussminute sicher geglaubte Siege noch aus der Hand gibt. Leipzigs 2:2 Ausgleich beim Saisonauftakt fiel in der 90. Minute, das Darmstädter 1:1 in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Unterm Strich sind das vier Punkte, die aufgrund fehlender Konzentration und Aufmerksamkeit leichtfertig verschenkt wurden. Die Liste der Last-Minute-Gegentreffer wird, Saisonübergreifend, immer länger. Dieses Manko abzustellen gleicht im Bundesligadorf einer Herkulesaufgabe, an dem sich schon viele Trainer vergeblich die Zähne ausgebissen haben.

Nagelsmann kritisiert Fehlverhalten in entscheidenden Phasen

1899-Coach Julian Nagelsmann bemängelt bei seinen Spielern sowohl das Fehlverhalten in den Anfangs- als auch Endphasen: „Uns fehlt im Angriff das Fortune. In allen vier Saisonspielen hatten wir in den ersten Minuten vor dem Tor ´Eins gegen Eins`-Situationen. Wenn wir hier jeweils in Führung gehen, entwickelt sich womöglich ein ganz anderes Spiel für uns.“ Stattdessen klingelte es hinten zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Nagelsmann: „Die Fehler in der Endphase eines Spiels sind auch mir unerklärlich. Ich werde dies bei meinen Spielern vor dem Spiel gegen Schalke  nochmals deutlich ansprechen. Wir hatten in Darmstadt ein, zwei Spieler, die am Ende nicht mehr die Mentalität hatten, unser Tor mit allen Mitteln zu verteidigen.“ Zum Rundumschlag wird der 29-Jährige jetzt aber nicht ausholen: „Mich nerven alle Dinge, die dazu führen, wenn man nicht gewinnt.
Die Kunst eines Trainers ist  jeden Spielern gerecht aber nicht gleich  zu behandeln. Ich werde jetzt nicht die Pauschalkeule herausholen.“

Ein Dreier wäre in vielerlei Hinsicht sehr wichtig

Nachdem saisonübergreifend keines der letzten sechs Spiele gewonnen wurde, kann man bei vier Punkten aus vier Partien bereits von einem Fehlstart sprechen. Im nächsten Heimspiel am Sonntagabend (15:30 Uhr) gegen den kriselnden Ruhrpottklub stehen die Nagelsmänner unter Druck. Sollte im fünften Anlauf nicht der erste Drei gelingen, würden Zwangsweise erste Unmutsäußerungen und Kritik aufkommen.

Zuschauer sind erfolgsorientiert

Dem zuletzt nachlassenden Zuschauerinteresse, des ohnehin etwas verwöhnten Publikums in Sinsheim, würde damit sicherlich keine Abhilfe geschaffen werden. Auch wenn gegen die Königsblauen, aufgrund deren großer Anhängerschaft in der Metropolregion, von einer ausverkauften Arena auszugehen ist, blieben in den ersten beiden Saisonheimspielen gegen Leipzig und Wolfsburg überraschend viele Sitzplätze leer. Was da am besten hilft, wären Erfolgserlebnisse. Die TSG ist in einer noch frühen Saisonphase bereits in der Bringschuld – so hatte man sich dies beim Saisonstart vor einem Monat nicht erträumt.

Viel Investition aber wenig Ertrag

Kapitän Eugen Polanski: „Wir haben uns in einigen Spielen andere Ergebnisse vorgestellt. Wir müssen an den Kleinigkeiten arbeiten, die uns derzeit zum Siegen fehlen. Wir wissen, dass wir in Darmstadt, trotz Führung, zu unruhig Fußball gespielt haben. Wir investieren viel ins Spiel und unterm Strich kommt dabei zu wenig raus. Gegen Schalke gilt es am Sonntag hier einiges zu änderm.“

Foto: Kraichgaufoto

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